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Frage & Antwort: Tollwut

Welche Bedrohung stellt die Tollwut für uns dar?
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr  immer nochweltweit 55000 Menschen an Tollwut. Am häufigsten kommt dies in Teilen von Asien und Afrika vor. Hauptüberträger dort sind die streunenden Hunden. Innerhalb weniger Tagen führt die Krankheit zu einem qualvollen Tod.
Auch in Europa sterben Menschen noch an Tollwut, vor allem im Osten.




Wie infizieren sich gesunde Tiere?

Tollwut kann auf alle Säugetiere und sogar auf Vögel übertragen werden!
In Deutschland galt früher der Fuchs als Hauptüberträger unter den Wildtieren.
Das Virus wird hauptsächlich durch den Speichel übertragen. Durch Wunden oder Kratzer können die Tollwutviren eindringen.

 


Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland?
Noch vor ca. 15 Jahren gab es rund 5000 Tollwutausbrüche pro Jahr in Deutschland!
Dank einer konsequenten Impfaktion,  bei der bei  ganzen Generationen von Füchsen  eine flächendeckende  Schluckimpfung durchgeführt wurde, gilt Deutschland seit 2008 als Tollwutfrei.
Hierzulande erkranken nur noch Fledermäuse an einer Variante der Tollwut. Allerdings unterscheidet sich der Erregertyp der Fledermaustollwut von der klassischen Tollwut, daher ist eine Übertragung auf den Hund unwahrscheinlich.

 


Kann sich mein Tier trotzdem in Deutschland mit Tollwut anstecken?
Außerhalb Deutschlands ist die Tollwut noch ein ernstes Problem. Illegaler Welpentransport, mitgebrachte Tiere von Urlaubern und auch die wiederkehrenden Wölfe stellen eine potenzielle Gefahr da.
Der letzte Bekannte Fall war ein importierter Welpe aus Bosnien, der nach Bayern importiert wurde,  ohne gültigen Impfschutz. Das Tier hatte sich bereits im Ursprungsland infiziert. Leider muss ein Tier nach der nationalen Tollwutverordnung bei begründetem Tollwutverdacht eingeschläfert werden.

 


Sollte man sein Tier zwingend  Tollwut impfen?

Der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte (BPT) empfiehlt einen dauerhaften Impfschutz. Zwar gibt es in Deutschland keine Impflicht und auch die Begegnung mit einem tollwutinfiziertem Tier ist sehr unwahrscheinlich. Dennoch gibt es gute Gründe, sich nochmals Gedanken über einen aktuellen Impfschutz zu machen.
Wird nämlich ein ungeimpftes Tier von einem Wildtier gebissen, besteht ein Verdacht.
Sollte es ebenfalls passieren, dass ein Hund ohne aktuellen Tollwutschutz einen anderen Menschen beißt, kann der Amtstierarzt einen Tollwutverdacht aussprechen und den Hund unter eine sechsmonatige Quarantäne stellen oder im schlimmsten Fall ihn sogar einschläfern. Denn leider muss ein Tier nach der nationalen Tollwutverordnung bei begründetem Tollwutverdacht eingeschläfert werden.

Natürlich sollte man bedenken, dass unsere Tollwutfreiheit in Deutschland nur durch eine konsequente Schutzimpfung möglich war. Dies kann sich unter den oben beschrieben Umständen und auch zu der zunehmenden Impfmüdigkeit wieder ändern, da in manchen EU- und auch vielen Nicht-EU-Ländern noch Tollwutgefahr besteht.

 

 


Wie häufig muss geimpft werden?

Je nach Hersteller des Impfstoffes und der Zulassung muss nicht jedes Jahr gegen Tollwut geimpft werden. Die heute erhältlichen Impfstoffe werden nur alle drei Jahre verabreicht, diese längeren Impfintervalle werden auch in den meisten Reiseländern akzeptiert. Man sollte aber auf jeden  Fall auf Nummer sicher gehen und sich darüber informieren welche Einreisebedingungen es gibt und sich über das Urlaubsland informieren.

 

 


Wie wird die Impfung vertragen?

Die modernen Impfstoffe werden heutzutage gut von den Tieren vertragen. Nebenwirkungen gibt es so gut wie keine mehr, natürlich reagiert jedes Tier anders auf eine Impfung, falls eine Anfälligkeit bekannt ist sollte dies vor einer Impfung erwähnt werden. So kann der behandelte Tierarzt rechtzeitig darauf reagieren.

 


Und wenn doch etwas passiert? Wie erkennt man Tollwut?
Die Tollwutviren verursachen eine Gehirnentzündung. Sie wandern von der Biss- oder Kratzstelle über die Nervenbahnen direkt ins Gehirn.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Austreten der ersten Symptome, ist immer unterschiedlich. Je weiter die infizierte Stelle vom Kopf entfernt ist, desto länger dauert es bis die Viruserkankung austritt. Unter Umständen kann es sogar bis zu 24 Wochen dauern.

Die Symptome einer Tollwuterkrankung sind recht umfangreich.
Typisch am Anfang ist ein ganz normales Krankheitsbild mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und zum Schluss erste Verhaltensstörungen.
Wenn das Virus dann immer mehr Schaden im Gehirn anrichtet,  werden tollwütige Tiere zusehends reizbarer und nervöser. Sie werden bissig und zeigen starken Speichelausfluss, oft wechselt ihr Zustand zwischen Angst und Aggression. Die Entzündung im Gehirn ist sehr schmerzlich und löst quälende Krämpfe und Muskelzuckungen hervor.
Im finalen Stadium tritt eine fortschreitende Lähmung auf und das Tier fällt ins Koma. Oft stirbt es dann wenige Minuten danach, da eine Lähmung der Atmung eintritt.

 


Wie stellt man eine Diagnose?
Für die Tollwut besteht Anzeigepflicht! Jeder Verdacht darauf muss dem zuständigen Amtstierarzt unverzüglich gemeldet werden!
Bei einem Verdacht einer Tollwutinfektion kann dieser eine sofortige Quarantäne für das Tier beantragen, die Dauer dafür ist unterschiedlich, meistens beträgt sie zwischen drei und sechs Monaten.
Fakt ist aber leider: Tollwut kann am lebenden Tier nicht diagnostiziert werden. Die Erreger kann man nur mit einer Probe des Gehirns nachweisen.

 


Gibt es denn dann überhaupt eine Therapie gegen Tollwut?

Ein Tierarzt darf, einem Tier das sich mit einem Tollwutvirus infiziert hat, laut Gesetz nicht mehr helfen. Auch Therapieversuche sind grundsätzlich verboten.

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