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Läufigkeitsverlauf bei der Hündin

Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife wird die Hündin das erste Mal läufig.

Dieser Zeitpunkt ist rassebedingt unterschiedlich. Generell werden Hündinnen kleiner Rassen früher geschlechtsreif als großrassige Hündinnen. Der Zeitpunkt der  ersten Läufigkeit kann daher in einem Alter von 6-12 Monaten auftreten.

 

Das durchschnittliche Läufigkeitsintervall beträgt 6-7 Monate, jedoch auch hier bestehen erhebliche rassebedingte und auch individuelle Unterschiede. 

Manche Hündinnen werden regelmäßig alle 6 Monate läufig,  bei anderen kann das Intervall bis zu 12 Monaten dauern. In der Regel bleiben jedoch die Abstände zwischen den Läufigkeiten bei der einzelnen Hündin konstant.

Auch die Dauer der Läufigkeit kann von Hund zu Hund variabel sein.

Durchschnittlich kann man von 3 Wochen ausgehen.

 

Die Läufigkeit unterteilt sich in 2 Phasen.

 

Die erste Phase ist der Proöstrus

 

die Vorbrunst. Diese dauert im Schnitt 9 - 10 Tage. Hierbei zeigt die Hündin ein starkes Anschwellen der Scham und blutigen Scheidenausfluß. Die Menge des Ausflußes ist bei den einzelnen Hündinnen sehr unterschiedlich. So kann sich bei der einen Hündin kaum ein Tropfen finden lassen, wohingegen die andere Hündin sehr ausgeprägten blutigen Ausfluß hat.

Bereits während der Vorbrunst sind die Hündinnen attraktiv für Rüden, lassen sich in der Regel aber noch nicht bedecken.

Die nächste Läufigkeitsphase ist der Östrus

 

die eigentliche Brunstphase (Stehhitze), in der es dann auch "gefährlich" werden kann. Diese dauert ebenfalls durchschnittlich 9-10 Tage.

Der Vaginalausfluß wird heller, fleischwasserähnlich .

Während der Östrusphase zeigt die Hündin Deckbereitschaft, insbesondere um den Zeitpunkt des Eisprungs, der meistens am 2. - 4. Tag der eigentlichen Brunstphase stattfindet. Das bedeutet: Am wahrscheinlichsten kann die Hündin zwischen dem 10. und 15.Tag nach Auftreten der ersten Blutstropfen gedeckt werden.

Nach ca. 21. Tagen ist die Läufigkeit beendet, die Scham schwillt wieder ab, der Ausfluß stellt sich ein. Eventuell kann die Hündin noch einige Tage interessant für Rüden sein, läßt sich aber meist nicht mehr decken.

 

 

Was passiert danach?

 

Ca. 6 - 10 Wochen nach Ende der Läufigkeit kann eine Scheinträchigkeit auftreten, die von Hündin zu Hündin unterschiedlich ausgeprägt ist. So können Verhaltensveränderungen auftreten. Manche Hündinnen sammeln "Ersatzkinder" wie Socken, Spielzeug um sich, behüten diese im Hundekorb oder verziehen sich gar damit in Schränke oder unter die Eckbank. Eventuell geht die Hündin nicht mehr gerne spazieren bzw. möchte schnellstmöglich wieder zurück, um ihre imaginären Welpen zu hüten. Der Appetit kann reduziert sein, die Hündin fiepst oder zittert des öfteren.  In unterschiedlichem Ausmaß ist eine Anbildung des Gesäuges möglich; es kann auch  zur Milchbildung kommen.

Die Scheinträchtigkeitsphase  kann bis zu sechs Wochen dauern. Da sie je nach Intensität eine psychische Belastung der Hündin (oder auch des Besitzers) sein kann, kann die Hündin Medikamente erhalten, um die Symptome zu unterdrücken. Diese erhalten Sie nach Vorstellung und Untersuchung der Hündin. Wiederholtes Auftreten von Scheinträchtigkeiten kann bei der Hündin auch das Auftreten von Gesäugetumoren nach sich ziehen. Langfristig ist die Kastration eine Lösung dieser Probleme.

 

Bis zum Alter von 5-7 Jahren treten die Läufigkeiten in regelmäßigen Intervallen auf. Bei älteren Hündinnen kann die Dauer von Läufigkeit zu Läufigkeit verlängert sein; unter Umständen wird die Hündin nur noch einmal jährlich läufig. Die Läufigkeitssymptome sind dann oft weniger deutlich, oft kaum noch vorhanden. Beim Hund gibt es jedoch keine Wechseljahre, bis ins hohe Alter finden mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Zyklen statt.

 

Was muss man beachten?

 

Für den Hundebesitzer ist es wichtig darauf zu achten, daß die Läufigkeit immer im gewohnten Gang abläuft. Bei Veränderungen, wie sehr lang andauernde Läufigkeiten, sehr unregelmäßigen Läufigkeiten, stark verändertem, gar übelriechenden Ausfluß, ebenso Ausfluß, der einige Wochen nach der Läufigkeit auftritt, ist die Hündin unbedingt dem Tierarzt vorzustellen. Insbesondere wenn weitere Symptome wie Mattigkeit, Freßunlust oder gar übermäßiger Durst auftreten. 

Bei der Hündin besteht mehr als bei anderen Haustieren die Gefahr einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut. Ursache dafür sind Störungen des Hormonzyklus, z.B. infolge Zysten an den Eierstöcken. Die Gebärmutterschleimhaut wird übermäßig angebildet und kann vermehrt Sekrete bilden.  im schlimmsten Falle kommt es zu einer Gebärmuttervereiterung, ein Notfall, bei dem die Gebärmutter so schnell als möglich operativ entfernt werden muß.

 

 

Was kann man gegen eine Läufigkeit tun?

 

 Hormonpräparate zur Unterdrückung der Läufigkeit sollten nur im äußersten Notfall angewendet werden sollten. Es ist medizinisch nicht zu empfehlen, die Läufigkeit der Hündin über einen längeren Zeitraum hinweg durch Hormonspritzen oder -tabletten zu unterdrücken. Ebenso sollte eine Verschiebung der Läufigkeit oder eine Verhinderung der Einnistung der Eizellen nach einer ungewollten Bedeckung nur im absoluten Notfall und auch nur einmal gemacht werden. Mit jeder Hormonanwendung besteht die Gefahr einer hormonell bedingten Erkrankung der Gebärmutter und auch eine erhöhte Gefahr der Bildung von Gesäugetumoren.

Verläuft der Zyklus bei Ihrer Hündin unproblematisch und tritt auch keine ausgeprägte Scheinträchtigkeit auf, gibt es zunächst keinen Grund, die Hündin zu kastrieren.

Beim Auftreten von Problemen durch Läufigkeit, Scheinträchtigkeit, informieren wir Sie gerne ausführlich über die Kastration Ihrer Hündin.

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